Du hast einen Metalldetektor gekauft (oder willst einen Metalldetektor kaufen) und möchtest direkt loslegen, ohne dich durch endlose Menüs zu kämpfen? Gute Nachricht: Der Einstieg folgt bei den meisten Geräten einem sehr ähnlichen, einfachen Ablauf. Wenn du die Grundeinstellungen an die Suchbedingungen vor Ort anpasst, hast du weniger Fehlsignale und ein ruhigeres Gerät. Und dadurch deutlich mehr Spaß bei den ersten Funden.
Wichtig vorab: Suche nur dort, wo du es darfst, und hinterlasse den Suchort immer ordentlich - das heißt: Löcher wieder schließen!
Die 10 wichtigsten Schritte für den Start (funktioniert mit fast allen Detektoren)
- Geh zuerst an den Suchort, bevor du die Einstellungen vornimmst
Stell den Detektor am besten dort ein, wo du wirklich suchen willst. Viele Fehlsignale entstehen, wenn man Einstellungen zuhause macht. In Häusern gibt es viele elektrische Störquellen und allgemein ganz andere Bedingungen als vor Ort.
- Suchmodus wählen, der zum Ort passt
Viele Metalldetektoren haben Programme wie Park, Feld, Strand, Gold oder "Alle Metalle". Nimm für den Anfang einen passenden Standardmodus.
- Bodenabgleich durchführen (Ground Balance)
Der Bodenabgleich ist einer der wichtigsten Schritte gegen Fehlsignale. Drücke die Bodenabgleich-Taste und bewege die Spule ein paar Mal gleichmäßig auf und ab – knapp über dem Boden. Einige Detektoren machen auch permanent automatisch einen Bodenabgleich, das nennt sich dann "Tracking". Das Ziel des Bodenabgleichs: Der Detektor soll den Untergrund (Leitfähige Mineralien im Boden) “ausblenden” und nur auf Metall reagieren.
- Testschwingen: Hörst du viel Knistern/Knacken?
Schwinge ein wenig in normalem Tempo die Spule knapp über dem Boden hin und her. Wenn du ohne klaren Grund viele kleine Geräusche oder ein Knistern hörst, ist der Detektor noch nicht perfekt eingestellt. Je nach Modell und den Bedingungen vor Ort (Störquellen), kann ein leichtes Knistern unter Umständen nicht zu verhindern sein.
- Empfindlichkeit reduzieren, bis das Gerät ruhig läuft
Stell die Empfindlichkeit so ein, dass der Detektor stabil ist. Viele Anfänger lassen sie zu hoch, weil mehr Empfindlichkeit theoretisch auch bessere Suchtiefe bedeutet. In der Praxis findest du mit einem ruhigen Detektor oft mehr, weil echte Signale nicht im Störgeräusch untergehen. An vielen Suchorten muss die Empfindlichkeit auf unter 75 % gestellt werden, aber auch dann finden Markendetektoren noch viele gute Objekte.
- Optional: Diskriminierung aktivieren (Eisen ausblenden)
Wenn du am Anfang weniger Müllsignale möchtest, aktiviere die die sogenannte "Diskriminierung". Verschiedene Metallobjekte haben verschiedene "Leitwerte", welche ein Hinweis auf die elektrische Leitfähigkeit des Materials geben. Besser leitfähige Metalle wie Silber sind meist für Sondler interessanter als schlecht leitende wie Eisen. Mit der Diskriminierung wird der untere Bereich der Leitwert-Skala "ausgeblendet", dass bedeutet dass der Detektor etwa Funde mit Leitwert zwischen 1 und 15 von 100 kein Signal ausgibt. In diesem Bereich liegen eben der Großteil der Eisenobjekte.
Weitere Informationen zum Thema Fehlsignale findest du in unserem Blogbeitrag zum Thema.
- Gleichmäßig und parallel zum Boden schwingen
Halte die Spule möglichst parallel zum Boden und schwinge kontrolliert, nicht hektisch. Überlappe die Bahnen leicht (wie beim Rasenmähen). Warte auf ein klares, reproduzierbares Signal: Wenn es an derselben Stelle mehrfach wiederkommt, steckt dort sehr wahrscheinlich ein Objekt. Wichtig ist, möglichst nah am Boden zu schwingen. So erhält man die maximale Tiefe.
- Ausheben und mit Pinpointer lokalisieren
Heb die Erde sauber aus (am besten durch Einstechen des Spatens an drei oder vier Seiten um den Fund herum) und nutze anschließend einen Pinpointer. Damit findest du das Ziel viel schneller und schonst den Fund. Gerade für Anfänger ist ein Pinpointer fast unverzichtbar, weil er sehr viel Zeit spart und Frust vermeidet.
- Loch schließen und Stelle sauber hinterlassen
Leg die Erde zurück, drück alles an und nimm Müll mit. So reinigen Sondler den Boden von Müll und hinterlassen ihn ohne Stolpergefahren für Tier und Mensch. So kann das Image des Hobbys am besten gepflegt werden. In der Szene wird das offen lassen der Löcher allgemein geächtet.
Mini-Checkliste, wenn dein Detektor “zu nervös” ist:
- Empfindlichkeit leicht reduzieren
- Bodenabgleich erneut durchführen
- Diskriminierung erhöhen (Mineralisierung hat meist einen niedrigen Leitwert)
- Suchmodus wechseln (z. B. Park statt Feld)
- Abstand zu Störquellen prüfen (Zäune, Stromleitungen, Autos, Handy in der Nähe der Steuereinheit)
- Schwingtempo etwas reduzieren und Spule konsequent parallel halten
Zubehör, das den Einstieg deutlich leichter macht
Dieses Zubehör ist besonders sinnvoll:
- Pinpointer: schneller finden, weniger graben
- Robuste Schaufel/Grabungsmesser: sauberer Aushub, weniger Aufwand
- Fundtasche/Beutel: Müll und Funde getrennt sammeln
- Handschuhe: Komfort und Schutz
- Kopfhörer: bessere Signalerkennung, weniger Ablenkung
Fazit:
Der wichtigste Anfänger-Tipp lautet: Stell deinen Metalldetektor so ein, dass er ruhig läuft. Ein sauberer Bodenabgleich und eine realistische Empfindlichkeit bringen dir am Anfang mehr Funde als die "maximale Leistung". Außerdem können Fehlsignale anfangs sehr entmutigend sein. Es ist verlockend, jedem Signal nachzugehen, aber man sollte auf ein klares, eindeutiges Signal warten, da dort sehr wahrscheinlich auch etwas Handfestes verborgen liegt. Einem schwachen Signal nachzugehen und nach einigen Minuten der Suche zu merken, dass dort nur ein leicht leitfähiger Stein oder gar nichts liegt, ist frustrierend.
Wenn du die erläuterten Schritte ein paar Mal bewusst durchgehst, wird das Einstellen schnell zur Routine – und du kannst dich auf das konzentrieren, worum es geht: stabile Signale und damit gute Funde!






1 Kommentar
Felix
Klass! Sehr informativ
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