Metalldetektor Begriffe erklärt: Leitwert, Diskriminierung & Co.

Metalldetektor Begriffe erklärt: Leitwert, Diskriminierung & Co.

Wer mit dem Sondeln beginnt, stößt schnell auf Begriffe wie Diskriminierung, Bodenabgleich, Leitwert, Empfindlichkeit oder Notching. Was für erfahrene Sondengänger selbstverständlich klingt, kann am Anfang ziemlich verwirrend sein.

Was bedeutet Diskriminierung beim Metalldetektor? Wozu braucht man einen Bodenabgleich? Und sollte die Empfindlichkeit immer möglichst hoch eingestellt sein?

Wir erklären dir die wichtigsten Metalldetektor-Begriffe einfach und verständlich.

Was bedeutet Diskriminierung beim Metalldetektor?

Die Diskriminierung beim Metalldetektor ermöglicht es, bestimmte Metallbereiche von der Suche auszuschließen.

Ein typisches Beispiel ist Eisen. Nägel, kleine Eisenteile und anderer Eisenschrott befinden sich häufig im unteren Bereich der Leitwertskala. Durch die Diskriminierung kann der Metalldetektor so eingestellt werden, dass er auf diese Bereiche kein oder nur ein eingeschränktes Tonsignal ausgibt.

Das kann die Suche auf verschrotteten Flächen deutlich angenehmer machen.

Aber Vorsicht: Eine hohe Diskriminierung bedeutet nicht automatisch eine bessere Suche. Werden zu viele Leitwertbereiche ausgeblendet, können auch interessante Funde verloren gehen.

Einfach gesagt: Mit Diskriminierung entscheidest du, welche Signale dein Metalldetektor ignorieren soll.

Was ist der Leitwert beim Metalldetektor?

Der Leitwert eines Metalldetektors ist eine Zahl auf dem Display, mit der das Gerät ein erkanntes Objekt einordnet.

Unterschiedliche Metalle und Objekte erzeugen unterschiedliche Signale. Ein Nagel kann beispielsweise einen anderen Leitwert erzeugen als eine Silbermünze.

Der Leitwert ist allerdings keine sichere Metallbestimmung. Größe, Form, Tiefe, Lage im Boden und die Bodenverhältnisse können den angezeigten Wert beeinflussen. Über die Zeit lernt man allerdings typische Leitwerte von bestimmten Objekten, sodass man einige Objekte am Leitwert schon vor dem Ausgraben relative sicher bestimmen kann.

Deshalb gilt: Ein interessanter Leitwert ist ein Hinweis – keine Garantie dafür, was unter der Erde liegt.

Was bedeutet Bodenabgleich beim Metalldetektor?

Der Boden selbst kann einen Metalldetektor beeinflussen. Besonders mineralisierte Böden können Signale erzeugen, obwohl dort überhaupt kein Metallobjekt liegt.

Genau hier kommt der Bodenabgleich beim Metalldetektor ins Spiel.

Beim Bodenabgleich wird der Detektor auf die Eigenschaften des Bodens eingestellt. Dadurch kann er die Reaktion des Bodens besser von einem tatsächlichen Metallfund unterscheiden.

Je nach Metalldetektor gibt es:

  • automatischen Bodenabgleich
  • manuellen Bodenabgleich
  • Boden-Tracking, bei dem sich der Detektor während der Suche laufend anpasst

Ein korrekt eingestellter Bodenabgleich sorgt für einen ruhigeren Lauf und weniger Fehlsignale.

Empfindlichkeit beim Metalldetektor einstellen

Mehr Empfindlichkeit bedeutet mehr Suchtiefe. Aber die maximale Empfindlichkeit ist trotzdem selten ratsam.

Die Empfindlichkeit beim Metalldetektor, häufig auch als Sensitivity bezeichnet, bestimmt, wie empfindlich das Gerät auf Signale reagiert. Eine hohe Einstellung kann kleine oder tiefer liegende Objekte besser erfassbar machen. Gleichzeitig reagiert der Detektor aber auch stärker auf Bodenstörungen und elektromagnetische Einflüsse.

Deshalb sollte die Empfindlichkeit nicht grundsätzlich auf Maximum stehen.

Die beste Einstellung ist meistens die höchste Empfindlichkeit, bei der dein Metalldetektor noch stabil und ruhig läuft.

Wenn dein Metalldetektor ständig Fehlsignale produziert, gehört eine leicht reduzierte Empfindlichkeit zu den ersten Einstellungen, die du ausprobieren solltest.

Metalldetektor-Empfindlichkeit einstellen

Was bedeutet Notch beim Metalldetektor?

Notch ist mit der Diskriminierung verwandt.

Während mit der Diskriminierung häufig ein zusammenhängender Leitwertbereich ausgeblendet wird, können mit einer Notch-Funktion gezielt einzelne Bereiche aus- oder eingeschlossen werden.

Du kannst beispielsweise einen bestimmten Leitwertbereich ignorieren, während niedrigere und höhere Werte weiterhin erkannt werden. Wenn du beispielsweise Abziehlaschen immer im gleichen Leitwertbereich feststellst, kannst du mit vielen Geräten diesen Bereich gezielt ausblenden.  

Auch hier gilt: Zu aggressives Ausblenden kann dazu führen, dass interessante Objekte nicht mehr angezeigt werden.

Was ist die Reaktionsgeschwindigkeit?

Die Reaktionsgeschwindigkeit beim Metalldetektor beschreibt vereinfacht, wie schnell der Detektor auf ein Ziel im Boden reagiert. Man könnte es auch als "Verarbeitungsgeschwindigkeit" bezeichnen. Eine niedrigere Reaktionsgeschwindigkeit bedeutet, dass man mehr Tiefe hat, allerdings verarbeitet der Detektor einen größeren Bodenbereich "gleichzeitig", womit mehrere verschiedene Signale "verschwimmen" und somit nicht mehr getrennt hörbar sind.

Daher ist die Reaktionsgeschwindigkeit besonders auf Flächen wichtig, auf denen viele Metallteile dicht nebeneinander liegen.

Liegt beispielsweise eine interessante Münze direkt neben einem Eisenteil, kann eine schnelle Objekttrennung dabei helfen, beide Signale getrennt wahrzunehmen.

Eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit ist deshalb besonders auf stark verschrotteten Suchflächen interessant.

Was bedeutet Pinpointing?

Mit Pinpointing ist die möglichst genaue Ortung eines bereits gefundenen Objektes gemeint.

Viele Metalldetektoren besitzen dafür einen eigenen Pinpoint-Modus. Statt die Suchspule normal von links nach rechts zu schwenken, kannst du damit die genaue Position des Fundes unter der Spule bestimmen.

Nach dem Ausgraben übernimmt häufig ein separater Pinpointer diese Aufgabe. Er hilft dabei, den Fund im Erdloch oder im Aushub auf den letzten Zentimetern zu lokalisieren.

Was ist ein Suchmodus?

Moderne Metalldetektoren besitzen häufig verschiedene Suchmodi oder Suchprogramme, zum Beispiel:

  • Park
  • Feld
  • Strand
  • Gold
  • All Metal

Hinter diesen Programmen stecken unterschiedliche Grundeinstellungen für beispielsweise Diskriminierung, Empfindlichkeit, Frequenz, Reaktionsgeschwindigkeit oder Tonsignale.

Für Einsteiger sind die vorgegebenen Suchprogramme oft ein guter Ausgangspunkt. Mit zunehmender Erfahrung kannst du die Einstellungen anschließend an deine eigenen Vorlieben und den jeweiligen Suchort anpassen.

Was bedeutet Frequenz beim Metalldetektor?

Die Suchfrequenz beeinflusst, auf welche Objekte ein Metalldetektor besonders empfindlich reagiert.

Vereinfacht gesagt eignen sich höhere Frequenzen häufig besonders gut für sehr kleine oder schlecht leitende Objekte, während niedrigere Frequenzen für mehr Tiefenleistung auf größere Objekte besser sind.

Viele moderne Geräte arbeiten deshalb mit Multifrequenz. Dabei werden mehrere Frequenzen gleichzeitig oder kombiniert genutzt, wodurch sich der Metalldetektor flexibler an unterschiedliche Suchbedingungen anpassen kann.

Die wichtigsten Metalldetektor-Begriffe im Überblick

Du musst am Anfang nicht jede Einstellung perfekt beherrschen.

Für die ersten Sondelgänge sind vor allem diese Zusammenhänge wichtig:

Diskriminierung → unerwünschte Signalbereiche ausblenden
Leitwert → Hinweis darauf, welches Objekt erkannt wurde
Bodenabgleich → Detektor an den Boden anpassen
Empfindlichkeit → Stärke bzw. Sensibilität der Signalerkennung
Notch → einzelne Leitwertbereiche gezielt ausblenden
Reaktionsgeschwindigkeit → dicht nebeneinanderliegende Objekte besser trennen
Pinpoint → Fund möglichst genau lokalisieren
Suchmodus → vorbereitete Einstellungen für bestimmte Suchbedingungen
Frequenz → beeinflusst die Reaktion auf unterschiedliche Ziele und Bedingungen

Gerade als Anfänger solltest du dich von den vielen Einstellungsmöglichkeiten nicht abschrecken lassen. Starte mit einem passenden Suchprogramm, führe bei Bedarf einen Bodenabgleich durch und stelle die Empfindlichkeit so ein, dass dein Metalldetektor ruhig läuft.

Den Rest lernst du beim Sondeln ziemlich schnell.

Du hast noch Fragen zu Einstellungen oder suchst den passenden Metalldetektor? Wir beraten dich gerne persönlich – online oder in unserem Showroom in Bunde.

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